Livia

Livia, Europa, 1972 gegründet, 48 Angestellte, Umsatz von 12 Millionen Euro.

Livia ist ein kleiner ländlicher Betrieb, dessen Gesellschaftszweck in der Nutztierzucht liegt. Das Unternehmen geniesst einen hervorragenden Ruf in der Branche und kann auf eine feste Belegschaft sowie Stammkundschaft zählen.

Ihr Gründer und einziger Eigentümer, verheiratet, vier Töchter, verstarb im Jahr 2002 nach einer langen Krankheit und liess das Unternehmen in Händen seiner Familie. Es war zuvor kein Nachfolgeprozess initiiert worden, und so waren die gesamten Informationen über die Firma und das Familienvermögen ausschliesslich dem Gründer bekannt. Mit dieser schwierigen Situation konfrontiert beschloss seine Witwe, die Zügel in die Hand zu nehmen und das Unternehmen zu leiten.

Seit 2002 gehören 50% des Unternehmens der Witwe und die anderen 50% befinden sich zu gleichen Teilen im Besitz der vier Töchter. Die Mutter (74 Jahre) war die einzige Unterschriftsberechtigte und übte die absolute Kontrolle aus. Obwohl ihr die Notwendigkeit der Einleitung des Nachfolgeprozesses bewusst war, sträubte sie sich aufgrund ihres mangelnden Vertrauens in ihre Töchter (alle über 40 Jahre) sehr dagegen.

 

Übergabe an die nächste Generation

Wir haben den Prozess der Familiennachfolge bereits vor ca. zwei Jahren begonnen. Als erster Schritt wurde die Familien- und Unternehmenssituation beurteilt, die Familienwerte bestimmt und die Familien- und Unternehmensziele formuliert.

Ein Familienrat - bestehend aus der Mutter, den vier Töchtern und zwei externen Mitgliedern - wurde eingerichtet und die Funktionen entsprechend verteilt. Zwar nimmt die Mutter weiterhin die Position der Präsidentin von Livia ein, doch delegiert sie nach und nach alle betrieblichen Aufgaben an eine der Töchter, die von dem Familienrat kontrolliert und geleitet wird. Dieser trifft sich regelmässig mit einer detaillierten Tagesordnung. Der gesamte Prozess wird schätzungsweise in ein paar Jahren abgeschlossen sein. Seit Beginn des Nachfolgeprozesses haben sich die familieninternen Beziehungen wesentlich verbessert, das Arbeitsklima ist angenehmer und das Unternehmen konnte sein Vertrauen am Markt steigern.