Divertech

Divertech, Europa, 1883 gegründet, 2500 Angestellte, Umsatz von 630 Millionen Euro.

Divertech ist ein breitgefächerter Technologiekonzern mit sechs klar definierten Geschäftsbereichen und Niederlassungen in 42 Ländern. Trotz wirtschaftlichen Höhen und Tiefen in den letzten Jahrzehnten hat das Unternehmen die Turbulenzen in Wirtschaft und Management überstanden und entging dem finanziellen Ruin hauptsächlich dank nachhaltiger Führung des Verwaltungsratspräsidenten. Das heisst nicht, dass dem VR-Präsidenten keine Fehler unterlaufen wären in dieser Zeit oder dass der Weg ohne Konflikte gewesen wäre.

Ab 2000 fokussierte sich der CEO von Divertech auf die Investition in einen neu erschaffenen Firmensektor, der vor bedeutendem technologischem Wandel stand. Daraus entstand Bedarf an kapitalintensiven Investitionen und im Gegenzug hohe Fremdfinanzierung. Als das Unternehmen in hohem Masse kreditgestützt war, schlug der CEO, der nicht dem Verwaltungsrat angehörte, der Eigentümerschaft vor, an die Börse zu gehen, um so die grossen Kapitalbeträge unabhängig von Finanzinstituten aufbringen zu können.

Die Eigentümerschaft (ca. 70% waren durch eine Familie und ca. 30% durch drei andere Familien kontrolliert) lehnte den Vorschlag ab, es sei zu riskant und im Gegensatz zu den konservativen Anliegen des Mehrheitsaktionärs stehend. Hier ist zu erwähnen, dass der Ausschuss in der Anfangsphase aus vier firmeneigenen und drei externen Verwaltungsratsmitgliedern bestand (den Vorsitz hatte der Mehrheitsaktionär). Die Qualifikationen und Kompetenzen der Mitglieder waren breit gefächert mit drei technischen Experten, wovon einer grosse Markterfahrung hatte, einem Banker, zwei Juristen und einem Rechnungsprüfungsexperten.

Trotz des relativ starken Verwaltungsrates hat Divertech, hauptsächlich durch Spekulationen des CEO, einen Rückgang erlitten, hervorgerufen durch eine ungünstige Branchenbewertung, eine turbulente wirtschaftliche Situation und hohe externe Verschuldung, was das Unternehmen in eine schwache Position brachte. Divertech geriet in eine Negativspirale, teilweise aufgrund von Missverständnissen zwischen dem VR-Präsidenten und dem CEO. Der VR-Präsident war den strategischen Angelegenheiten verpflichtet. Zusätzlich schätzte er es, strikte Kontrolle über die Geschäfte zu halten, vor allem über die zwei von seinen Vorgängern begonnenen. Dies stand im Gegensatz zum neugegründeten Bereich, der sehr viel Investitionskapital und Aufmerksamkeit des CEO beanspruchte.

Als der Verlust erkannt war, entschied der Verwaltungsrat den CEO zu entlassen. Als Resultat der negativen Entwicklung des Unternehmens stufte der Hauptgläubiger darauffolgend die Bonität hinunter und verlangte strenge Aufsicht über die Unternehmensstrategie sowie genaue Überwachung der weiteren Firmenentwicklung. Sobald der Verwaltungsrat bewertet war, entschied der Vorsitzende dessen Qualifikationen den neuen Herausforderungen des Unternehmens entsprechend durch externe Mitglieder zu ergänzen und das Management der notleidenden Geschäftsbereiche zu erneuern.

Der ganze strategische Erneuerungsprozess dauerte fast vier Jahre. Normale Marktschwankungen erfolgten während dieser Zeit. Es erforderte grossen Einsatz seitens aller Beteiligten, dass sich das Unternehmen erholen konnte. Wichtige Faktoren, die während der Auswertung aufkamen, waren die grosse Loyalität der Angestellten dem Vorsitzenden gegenüber und dessen starken Einbezug in strategische Belange. Seine überzeugende Führung und die unauslöschlichen Spuren, die er im Unternehmen hinterlassen hatte, waren ebenfalls bemerkenswert. Der VR-Präsident war die eindeutige Führungsperson und spielte diese Rolle über die ganze Entwicklung des Unternehmens bis heute. Er leitete die ganzen strategischen Entscheidungsprozesse effizient. Das Unternehmen steht bald vor der Geschäftsübergabe an die sechste Generation der Familie. Es wurde empfohlen, zusätzliche externe Mitglieder einzubeziehen, da strategische Sparringpartner und/oder Visionäre auf Verwaltungsratsstufe solch eine Führungsübergabe abfedern und die nächste Generation in entscheidenden Geschäftsangelegenheiten unterstützen können.

Fünf Jahre nach dem anfänglichen Verlust war Divertech wieder gesund. Der Auftragseingang war verdoppelt worden, der Cashflow aus dem operativen Geschäft sogar mehr als verdoppelt. Die starke Führung und Entschlossenheit des Vorsitzenden brachten die Genesung des Unternehmens, während das operative Geschäft unabhängig von Bankfinanzierungen geblieben war. Darüber hinaus halfen die einzigartigen positiven Seiten des Vorstandsvorsitzenden, wie z.B. sein guter Geschäftssinn, starke Verpflichtung dem Unternehmen gegenüber, grosses Engagement und starke Führungsqualitäten, dass Divertech zurück auf den richtigen Weg fand.